Notwendigkeit von Maßnahmen
Was ist das Problem?
Durch die Sanierung des Allacher Tunnels kommt es zu zusätzlichem Staupotenzial. Daher besteht die Notwendigkeit Maßnahmen, welche die Verkehrsbelastung reduzieren und zusätzlichen Stau vermeiden, zu überprüfen.
Wo wollen wir hin?
Nachhaltige Reduzierung des Verkehrs im Bereich des Allacher Tunnels während der Sanierungsphase durch die Entwicklung attraktiver Angebote, die betroffene Verkehrsteilnehmende zum Umstieg auf alternative Mobilitätsformen wie den ÖPNV motivieren. Die Lösungsansätze sollen auf andere Regionen übertragbar sein.
Geplantes Maßnahmenpaket
Bauphase 1 (2027-2029):
Der Tunnel Allach wird in zwei Bauphasen saniert. Bauphase 1 (2027-2029) betrifft ausschließlich Arbeiten an der Tunneloberfläche und hat noch keine Auswirkungen auf den Verkehr.
Bauphase 2 (2030–2035):
In der zweiten Bauphase wird nacheinander jeweils eine der beiden Tunnelröhren vollständig gesperrt. Der gesamte Verkehr muss daher wechselseitig durch die jeweils verbleibende Röhre geführt werden.
Während dieser Zeit wird der Verkehr in der offenen Röhre auf zwei verengten Fahrstreifen je Richtung, ohne Seitenstreifen, abgewickelt. Dadurch entsteht eine deutliche Reduktion der verfügbaren Kapazität, was erhebliche Stau- und Verzögerungseffekte im Umfeld des Tunnels erwarten lässt.
Hinweis für Verkehrsteilnehmende
Während Bauphase 2 wird es verkehrlich sehr eng rund um den Tunnel Allach. Wenn möglich, sollte der Bereich großräumig umfahren werden.
Geplantes Maßnahmenpaket zur Entlastung
Um die späteren Beeinträchtigungen für Wirtschaft, Bevölkerung und Durchgangsverkehr so gering wie möglich zu halten, hat die Mobilitätsallianz Mobile Zukunft München und Region (MZM) gemeinsam mit Stadt, Landkreisen, Freistaat und Autobahn GmbH ein umfassendes Maßnahmenpaket entwickelt:
- Spezifisches Störfallmanagement
Ein schnelles Eingreifen bei Störungen im Tunnel und im umliegenden Netz soll Rückstaus minimieren und Ausweichverkehr in Gemeinden sowie Belastungen im ÖPNV vermeiden.
- Baustellenkoordination
Alle zusätzlichen Straßenbaumaßnahmen müssen eng mit der Sanierung des Tunnel Allach abgestimmt werden, um Schleichverkehre, unnötige Behinderungen im ÖPNV und zusätzliche Staus zu verhindern.
- Optimierung der B 471 als Alternativroute
- Leichte Kapazitätssteigerung durch Ausbau der Anschlussstellen A8 und A92.
- Überholverbote auf zweistreifigen Abschnitten und durchgehende Temporeduzierung sind vorgesehen.
→ Ziel: Stabilerer Verkehrsfluss und Entlastung für Karlsfeld und Tunnel Allach.
- Verkehrsberuhigung Eschenried–Gröbenried–Karlsfeld West
Durch verkehrsrechtliche und bauliche Maßnahmen soll zusätzlicher Durchgangsverkehr in diesen Bereichen vermieden werden.
- ÖV-Priorisierung & Busausbau (Linien 172 und 710)
- Erneuerung und Umsetzung des bestehenden ÖV-Priorisierungskonzepts.
- Ausbau der Buslinien zur besseren Anbindung wichtiger Ziele im Münchner Norden und Umland.
- Mögliche Dosierung des Kfz-Verkehrs aus Norden nach Karlsfeld, um Staus im Ortszentrum zu reduzieren.
- Ridesharing & digitale Informationen
- Förderung von Fahrgemeinschaften über eine App.
- Nutzung digitaler Infos zu P+M-Plätzen.
→ kleinere Wirkung, aber breit skalierbar und ohne bauliche Maßnahmen.
- Betriebliches Mobilitätsmanagement (BMM)
Unternehmen sollen durch eigene Mobilitätsstrategien (z. B. ÖV-Angebote, Sharing-Modelle) die Verkehrsnachfrage reduzieren.
- Anpassung von Arbeitszeit- und Schichtmodellen
Nur begrenzt möglich; Unternehmen entscheiden individuell, ob und wie sie Fahrten zeitlich entzerren können.
- Temporäre Seitenstreifenfreigabe (nach der Sanierung)
Nach Abschluss der Arbeiten plant die Autobahn GmbH eine TSF zwischen den AD München-Allach (A8) und München-Feldmoching (A92).
→ In Spitzenzeiten werden die Seitenstreifen als vierte Spur nutzbar, was zusätzliche Kapazität schafft.
Abschlussbericht und Ratgeber
Um die verkehrlichen Auswirkungen beurteilen zu können, wurde zunächst ein Gutachten durch das Verkehrsplanungsbüro gevas humberg & partner und USP Projekte GmbH erstellt. Der Prozess und die Ergebnisse werden in dem vorliegenden Abschlussbericht geteilt.
Welche Auswirkungen zu erwarten sind und welche Maßnahmen den Tunnel Allach entlasten sollen, erfahren Sie in diesem Ratgeber der IHK München und Oberbayern.
Projektpartner